Die Geschichte des Vereins

Im Januar des Jahres 1905 schlossen sich Mitglieder des damaligen Militärvereins zu einer Musikkapelle zusammen und gründeten den „Musikverein Schönaich e. V.“

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Jakob Fischer, Johann Georg Haberer, Wilhelm Hablitzel, Johann Georg Jauß, Johannes Jauß, Jakob Metzger, Johannes Kuppinger, Johannes Reichert und Eugen Vöhringer. Zehn Instrumente, die vom damaligen Rosenwirt finanziert wurden, konnten im März verteilt werden. Der erste Dirigent der jungen Kapelle wurde Richard Kilpper aus Böblingen. Im Jahre 1908 trennte sich die Kapelle vom Militärverein und machte sich selbständig. Die musikalische Leitung übernahm Kapellmeister Otto Eichler. Bereits drei Jahre später brachte der Verein die Kosten für den Dirigenten jedoch nicht mehr auf. Den Dirigentenstab übernahm Johann Georg Jauß bis zu seiner Einberufung im Jahre 1915. Während des 1. Weltkrieges kam die Vereinsarbeit vollständig zum erliegen.

1919 erwachte der Verein von Neuem und es wurden wieder regelmäßig Proben durchgeführt. Durch intensive Werbung konnten acht neue aktive Mitglieder gewonnen werden und zum ersten mal traten dem Verein auch fördernde Mitglieder bei. Erster Vorsitzender war damals Johann Georg Jauß und Dirigent war Jakob Fischer. 1921 bekam der Verein seinen ersten Vorstand, der sich aus vier Mitliedern zusammensetzte. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Ulmer. Das Amt des Dirigenten übernahm Eugen Sugg. Im Jahre 1923 war der Verein auf 15 Musiker angewachsen. Alfred Lauxmann übernahm die musikalische Leitung.

1924 wurde Ernst Rexer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits ein Jahr später nahm Georg Rebmann die Geschicke des Vereins in seine Hände. 1928 wurde Friedrich Fischer die musikalische Leitung übertragen. Gottlob Jauß übernahm den Taktstock 1933. Mit neun Jahren war Willi Ulmer zum damaligen Zeitpunkt der einzige Jugendliche des Vereins. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurden nach dem ersten Schock die Übungsstunden wieder aufgenommen und wer von den Musikern noch daheim war besuchte weiterhin die Proben.

Das Nachwuchsproblem löste man 1940 durch eine erste Jugendwerbeaktion. Innerhalb eines Jahres hatte der Verein eine 35-köpfige Jugendkapelle. Das Ende des Krieges legte die Vereinsarbeit für fast ein Jahr still. Der Initiative einiger junger Musiker war es zu verdanken, daß die Instrumente dem Verein erhalten blieben.  Wohl stellte der Zuwachs an Neubürgern die Gemeinde vor eine schwierige Aufgabe, der Musikverein jedoch warb um die Musiker unter ihnen.

Im Herbst 1946 veranstaltete der Musikverein seine erste Herbstfeier nach dem Krie-ge. Im selben Jahr übernahm Dirigent Hans Freivogel die musikalische Leitung des Vereins. Unter dessen Stabführung wechselten Konzerte und Veranstaltungen in rascher Folge. War bisher nur eine Probe in der Woche, so fand jetzt noch eine zweite statt. Bei der Auswahl der Partituren griff man zu immer anspruchsvolleren und schwierigeren Stücken.

So kam es, daß der Verein sehr schnell bekannt und im ganzen Kreis zu einem Begriff wurde. Wertungsspiele bei Musikfesten brachten dem Musikverein Schönaich einen Erfolg nach dem anderen. Zum 1. Vorsitzenden wurde 1952 Adolf Leippold gewählt. Beim Bundesmusikfest 1954 in Aalen erzielten die Schönaicher Musiker in der Oberstufe einen „Ersten Rang“. Diesen Erfolg konnten sie 1962 beim Bundesmusikfest in Ludwigsburg wiederholen. 1954 wurde Kapellmeister Hermann Schwander Dirigent des Musikverein Schönaich.

Sein Nachfolger wurde 1957 Dirigent Otto Oesterle und auch unter seiner Leitung setzten sich die Erfolge bei zahlreichen Wertungsspielen in der „Kunststufe“ fort. 1958 wurde Helmut Völmle zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1963 übernahm Gustav Metzinger das Amt des 1. Vorsitzenden, Helmut Völmle wurde sein Stellvertreter. 1969 beteiligte sich die erst im Herbst des Vorjahres neu gegründete Jugendkapelle bei ihrem ersten Wertungsspiel in Dagersheim. Die musikalische Leitung übernahm Anton Proszamer. Ein Jahr später gastierte das Große Blasorchester in der Villa Berg. Ein Teil des Konzertes wurde live im Süddeutschen Rundfunk übertragen.

Ab 1972 bestritt Adolf Leippold seine zweite Amtszeit als Vorsitzender des Musikverein Schönaich. Das Große Blasorchester nahm im selben Jahr eine Schallplatte auf. Die Jugendkapelle nahm am „Festival der Jugend“ in Frankreich teil. Die erste große Konzertreise führte die Musiker des Großen Blasorchesters 1974 für zwei Wochen in die U.S.A. nach Milwaukee. Die Jugendkapelle gastierte 1975 in der Schweiz. Über 20 Orchester beteiligten sich 1976 am Kreisverbandsmusikfest und am 70-jährigen Jubiläum des Musikverein Schönaich.

Über eine neue Uniform durfte sich das auf mittlerweile 60 Musiker angewachsene Große Blasorchester 1977 freuen. Die in Ocker gehaltene Farbe der Jacke, gilt noch heute als unverwechselbares Merkmal der Schönaicher Musiker. 1979 bezog der Musikverein seinen neuen Proberaum in der Johann-Brücker-Schule und das Große Blasorchester reiste nach Frankreich. Sein 75-jähriges Jubiläum feierte der Musikverein Schönaich 1981 mit einem viertägigen Fest.

Simon Kaden wurde 1983 Dirigent des Großen Blasorchesters. Ein Jahr später wurde unter seiner Regie eine Schülerkapelle gegründet. 1986 übernahm Simon Kaden auch die musikalische Leitung des Jugendblasorchesters. Gemeinsam errangen sie noch im selben Jahr beim Jugendwettbewerb für Bläser in Karlsruhe den 1. Preis in der Stufe "leicht„. 1989 nahm das Jugendblasorchester beim Bundesmusikfest in Trier teil und erzielt dort beim Wertungsspiel einen 1. Rang mit Auszeichnung. Ein Jahr später führt eine Konzertreise das Jugendblasorchester für zwei Wochen nach Kanada.

1991 wurde Wolfgang Klein zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. 1992 bekommt der Musikverein gleich zwei neue Dirigenten. Friedrich Lehn übernahm das Sinfonische Blasorchester und Markus Nau das Jugendblasorchester. 1995 wurde an die Spitze des Vereins Ulrich Rebmann gewählt. Im selben Jahr übernahm Dirigent Markus Nau zusätzlich das Sinfonische Blasorchester.

In sein eigenes Probenlokal im Untergeschoß des Erweiterungsbaus der Johann-Brücker-Schule zog der Musikverein 1998 ein. Über 6.000 Arbeitsstunden, die von den Vereinsmitgliedern geleistet wurden, stecken im Probenlokal des Musikvereins. Mit einem Open-Air Konzert und einem großen Feuerwerk wurden die Räumlichkeiten gebührend eingeweiht.

Seit Herbst 1999 ist Ulrich Schmidt Dirigent von Spielkreis, Jugendblasorchester, Unterhaltungskapelle und Sinfonischem Blasorchester. 2001 nahm das Sinfonische Blasorchester am 3. Bundesmusikfest in Friedrichshafen teil und erspielte sich dort die Note „sehr gut“. Im Jahr 2004 wurde an der Realschule im Fach Musik eine Bläserklasse eingeführt. Bei dieser Unterrichtsmethode erlernen die Kinder auf der einen Seite in Kooperation mit dem Musikverein  und der Jugendmusikschule systematisch ein Blasinstrument in wöchentlichen Kleingruppenstunden, die von ausgebildeten Musikschullehrern erteilt werden. Auf der anderen Seite musizieren die Schüler im regulären Musikunterricht zusammen.

Das Jahr 2005 war geprägt vom 100-jährigen Jubiläum des Musikverein Schönaich. Der Festakt mit Verleihung der „Pro Musica Plakette“ im Februar, das Open-Air Konzert sowie das Jubiläums-Sommerfest waren die Höhepunkte des Jubeljahres und auch wohl der Vereinsgeschichte. Sämtliche Kräfte wurden vor allem für das fünftägige Sommerfest im Juli mobilisiert. „An dieses Fest wird man sich noch in vielen Jahren zurück erinnern und darüber sprechen“. 2006 nahm das Sinfonische Blasorchester am Wertungsspiel des Landesmusikfests in Villingen-Schwenningen teil. Die Unterhaltungskapelle „Schönaicher Musikanten“ war 10 Tage lang auf einer Irland-Tournee unterwegs.

Musikalischer Höhepunkt des Jahres 2007 war die Teilnahme beim Deutschen Musikfest in Würzburg. Start des Projekts „Pustefixe“, eines weiteren Bausteins der Jugendausbildung. Bei der Jahreshauptversammlung 2008 wird eine neue Satzung verabschiedet. 2009 besucht das Sinfonische Blasorchester die Kur- und Knappenkapelle Bad-Fredeburg und gibt dort ein Doppelkonzert. Im Herbst 2010 übernimmt Sabrina Buck das Jugendblasorchester und den Spielkreis. Neuer Dirigent des Sinfonischen Blasorchesters wird Rainer Bauer. Nach langjähriger Tätigkeit im Ausschuss und als Erster Vorsitzender des Musikverein Schönaich übergibt Uli Rebmann die Vereinsleitung in jüngere Hände. Ein 5-köpfiges Vorstandsteam bestehend aus Regina Dvorak-Vucetic, Wolfgang Völmle, Jochen Binder, Patrick Kreis und Jochen Pfingsttag übernimmt die Aufgabe.

Die Jahreshauptversammlung 2012 stand ganz im Zeichen der Verabschiedung von Uli Rebmann von der Spitze des Vereins. Damit ging eine 16-jährige Ära als Vorstand zu Ende in der der Visionär, Macher und Musiker mit Herzblut in seinem Musikverein Schönaich viel bewirken konnte. Von seinen Nachfolgern wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ein 5-köpfiges Vorstandsteam bestehend aus Regina Dvorak-Vucetic, Wolfgang Völmle, Jochen Binder, Patrick Kreis und Jochen Pfingsttag übernahm  die Aufgaben.

Heute zählt der Musikverein Schönaich über 500 aktive und fördernde Mitglieder.


Alle Vorsitzende des Musikverein Schönaich e. V.

1919 – 1921: Johann Georg Jauß

1921 – 1924: Wilhelm Ulmer

1924 – 1925: Ernst Rexer

1925 – 1949: Georg Rebmann

1949 – 1952: Wilhelm Mezger

1952 – 1958: Adolf Leippold

1958 – 1963: Helmut Völmle

1963 – 1972: Gustav Metzinger

1972 – 1992: Adolf Leippold

1992 – 1995: Wolfgang Klein

1995 - 2012: Ulrich Rebmann