Rundum gelungenes Frühjahrskonzert in der Gemeindehalle

Zu einem rundherum spannenden, mit Überraschungen gespickten Konzertabend hatte der Musikverein Schönaich am Samstagabend in die Gemeindehalle geladen. Das Publikum erwartete Musik aus aller Welt.

Diesem Anspruch stellte sich auch das Jugendblasorchester und bot sich als Begleiter für eine Reise quer über den fünften Kontinent an. Danach ging es genau so klang- und abwechslungsreich weiter nach Afrika, in das weite Land der Serengeti. Das sich den Instrumenten eines Blasorchesters auch Töne entlocken lassen, die den Stimmen wilder Tiere sehr ähnlich sind, das bewies der Nachwuchs des Musikvereins unter der Leitung von Sabrina Buck mit spürbarer Freude am Klangverfremden. Lust auf Brasilien machte Andreas Ludwig Schultes Stück „Holiday on Rio“ bei dem das Orchester mit vereinseigenen Solisten eine beachtliche Leistungsstärke verriet. „Celtic Rituals“ des Komponisten John Higgins beschreibt die Bräuche und Sitten der keltischen Krieger, ihre Kämpfe, ihre Kultur, ihre Freude an Festen und ihre Melancholie, ein schönes Stück mit vielen reizvollen Klangfolgen. Für den herzlichen Beifall bedankte sich das Jugendblasorchester mit einer im arabischen Kulturraum angesiedelten Komposition, der Julia Wolf als nuancenreiche Schlangenbeschwörerin an der Klarinette Farbe verlieh.


Alle Bilder: Bildergalerie

Mit dem Slawischen Tanz Nr. 8 von Antonin Dvorak begann der Part des Sinfonischen Blasorchesters. „Indian Fire“ ist ein preisgekröntes Werk des 1977 geborenen Schweizer Blasmusikkomponisten Marion Bürki. „Der Emmentaler Mario Bürki komponiert alles, nur keinen Käse“ titelte die Schweizer Fachzeitschrift „Unisono“ 2010 und beschrieb damit den jungen Komponisten, der als Dozent für Blasmusik, als Arrangeur und Dirigent gleichermaßen gefragt ist. Mit „Jambo Afrika“ hatte Dirigent Rainer Bauer noch ein weiteres Werk Bürkis auf das Programm gesetzt. Der junge Komponist liebt die Programmmusik, wie sie ihm weder musikalisch noch inhaltlich Grenzen setzt. Fast alle seine Werke sind Auftragswerke, die beinahe ausnahmslos mit Preisen bedacht und zu Erfolgstiteln geworden sind. Bürki möchte, dass seine Musik sowohl den Musikern als auch dem Publikum Spaß macht, und das scheint ihm zu gelingen: Auch die Schönaicher spielten mit musikantischer Freude. Zu einer Premiere wurde die Aufführung des Kaiserwalzers von Johann Strauss Sohn: Hierzu hatte sich der Musikverein mit Ralf Lambertz und Roxana Weber, sowie Marius Dürr und Vanessa Weiß zwei Tanzpaare des TSC Rot-Weiß Böblingen eingeladen, die erstmals in ihrer Laufbahn zu den Klängen eines Blasorchesters tanzten. So verwandelte sich die nüchterne Gemeindehalle für einige Minuten in einen Tanzsaal. Für alle Beteiligten ein Erlebnis – für das Publikum eine zusätzliche, vielbeklatschte Augenweide. Beide Paare nahmen nach der Pause die Gäste noch mit auf eine Reise nach Südamerika, bei der sie lateinamerikanische Tänze wie Cha-Cha-Cha, Rumba und Jive ins rechte Licht rückten und ohne Zugabe nicht entlassen wurden.

Eine weitere Attraktion des Konzertabends war der Auftritt der Dudelsack-Solistin Sandra Wörner, die mit den Klängen von „Scotland the Brave“ die Bühne betrat. Ein starker Auftritt der Aidlingerin der spontan beklatscht wurde. Mit „Highland Cathedral“ setzten Solistin und Orchester einen weiteren musikalischen Akzent. Danach erklang der Konzertmarsch „China March“ und so wurde auch das Reich der Mitte akustisch in die Reise um die Welt eingebunden. Alle Musikstücke des Abends wurden von passenden und wunderschönen Bildern der AV-Dialog – Ortsgruppe Böblingen untermalt. Und „weil noch einige Euros im Reisetopf übrig waren“, ging es dann bei der Zugabe ans schwarze Meer nach Bessarabien. Das war der Ausklang einer spannenden Weltreise mit dem Musikverein Schönaich.